Froschkönigin Award

Der Ayla Richter Froschkönigin Award

Der Ayla Richter Froschkönigin Award ist ein Herzensprojekt für Autorinnen im Self-Publishing, entstanden aus dem Wunsch, Frauen in der Literatur nicht nur zu sehen, sondern ihnen wirklich Raum zu geben.

Dieser unabhängige Literaturpreis richtet sich ausschließlich an schreibende Frauen. Im Mittelpunkt stehen nicht Marktmechanismen oder Verkaufszahlen, sondern die Liebe zum Schreiben, zur Sprache und zu Geschichten, die etwas bewegen.

Der Award würdigt Texte aus ganz unterschiedlichen Genres – von Poesie und Fantasy über Romance bis Krimi – und feiert die Vielfalt weiblicher Stimmen, Perspektiven und Erzählweisen, aber abseits der typischen Genre-Schubladen.

Der Award ist in verschiedene Kategorien unterteilt. In jeder Kategorie wird eine Trophäe vergeben. Die Kategorien sind:

  • Listen to me
  • Tatort
  • Lesende Zwerge
  • Her-Story
  • Märchenwald
  • Gruselkabinett
  • Irrungen & Wirrungen
  • Tüdeltasche

Für mich ist dieser Award etwas ganz Besonderes:
Ich durfte bereits in der ersten Runde als Jurymitglied Teil dieses Projekts sein und freue mich sehr, auch 2027 beim zweiten Froschkönigin Award wieder in der Jury und mit kreativer Unterstützung dabei zu sein.


Ayla und der Froschköniginnenaward

Ein Ereignis aus der Ferne – und doch mittendrin

Manchmal fühlt frau sich einem Ereignis so nah, dass es kaum eine Rolle spielt, ob man selbst im Saal sitzt oder nicht. So ging es mir mit dem Ayla-Richter-Froschkönigin-Award. Am 8. März 2025 konnte ich in Bamberg nicht dabei sein und doch war ich mittendrin. Denn dieser Preis hat mich monatelang begleitet: als Teil der Fantasy-Jury, als Mitfiebernde, als jemand, die aus der Distanz miterlebt hat, wie aus einer großartigen Idee Wirklichkeit wurde.
Ayla Richter hat etwas geschaffen, das beeindruckt: einen Literaturpreis nur für Frauen, für Selfpublisherinnen. Erst war da nur der Traum, eines Tages einen Preis mit ihrem Namen zu stiften und dann hat sie es getan. Sie hat nicht gewartet, dass jemand anderes die Bühne baut, sie hat selbst eine errichtet.
Besonders bewegend war für mich persönlich, mitzuerleben, wie aus diesem Traum Schritt für Schritt Realität wurde. Jede Jury-Unterhaltung, jede Diskussion, jeder Einblick in die eingereichten Werke hat mir gezeigt: Es geht nicht nur darum, Siegerinnen zu küren, sondern Frauen sichtbar zu machen. 

Doch wer ist eigentlich Ayla Richter?

Als ich Ayla fragte, wie sie sich selber beschreiben würde, nannte sie sich eine „glückliche Witwe“. Ein Begriff, der im ersten Moment überrascht und dann genau das zeigt, was sie ausmacht: Stärke, Neugier und die Fähigkeit, auch in Wendepunkten einen Anfang zu sehen. Sie beschreibt sich als Epikerin, Ideengeberin, Inspirationsquelle. Eine Erzählerin, die Literatur nicht nur liest oder schreibt, sondern lebt, in Gesprächen, Geschichten, Begegnungen.
Literatur ist für sie Zuflucht und Spiegel zugleich. Besonders verbunden fühlt sie sich mit Ayla und der Clan des Bäreneine junge Frau, anders als die Menschen um sie herum, gezwungen, Neues zu lernen und eigene Wege zu finden. Genau dieses Anderssein, diese Suche nach Lösungen, prägt auch Aylas eigenes Leben, so sehr, dass sie den Namen Ayla als Teil ihres Pseudonyms gewählt hat.
Auch das Schreiben selbst begleitet sie seit Jahren. Blogbeiträge helfen, Gedanken zu sortieren, Schreibchallenges fordern Kreativität. Sie nennt sich Epikerin, weil sie das Erzählen in der Breite liebt, nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Art, sie zu teilen. „Vielleicht erlebe ich keine besseren Geschichten als andere, aber ich habe ein Talent, sie auf meine Weise zu erzählen“, sagt sie.

Der Gedanke hinter der Froschkönigin

Der Froschköniginnen-Award war von Anfang an mehr als ein reiner Frauenpreis. Dazu sagt sie: „Mein ursprünglicher Gedanke war, einen Preis für Benachteiligte ins Leben zu rufen. Aber in der Realität des Jahres 2024 sind es vor allem Autorinnen, die gegenüber Autoren benachteiligt sind – und Selfpublisherinnen noch dazu im Vergleich zu Verlagsautorinnen.“ Erst als sie den Preis tatsächlich ins Leben gerufen hatte, merkte Ayla an den Reaktionen, wie dringend genau dieser Award gebraucht wird. Und auch wenn er undotiert ist, zeigen die phantastischen Keramiken von Antje Schönberg den Respekt vor der Leistung des Gewinnerbuchs und der dahinter stehenden Autorin.

Sich den Raum nehmen

Sich den Raum nehmen, das ist ein zentrales Thema in Aylas Leben. Nach dem Tod ihres Mannes begann sie, das gemeinsame Haus Stück für Stück zu ihrem eigenen zu machen: Möbel austauschen, Wände neu streichen, Räume erobern. Und als sie alles zurück hatte, verkaufte sie. Schließlich zog sie in eine Wohnung in der Stadt. Heute, sagt sie, braucht sie weniger Platz. Der entscheidende Unterschied: „Raum ist nichts, was mir gegeben wird, Raum nehme ich mir selbst.“ Auch in ihrer Sprache. Statt „man“ sagt sie lieber „jemensch“ oder „frau“. Worte, die ihr – und uns allen – Sichtbarkeit geben. Genau aus diesem Denken heraus ist der Froschkönigin-Award entstanden. Ursprünglich war die Idee ein Preis für Benachteiligte, doch die Realität machte schnell klar: Es sind vor allem Frauen, die unsichtbar bleiben. Erst durch die Reaktionen wurde klar, wie dringend dieser Award gebraucht wird.

Ein Name mit Symbolkraft

Der Name kam spielerisch zu ihr. Während eines Chats mit einer Freundin, in dem sie sich Froschbilder schickten, entstand die Idee. „Ayla Richter Award“ klang aber noch nicht perfekt. Die Froschkönigin dagegen fühlte sich sofort richtig an, verspielt, aber stark. Ein Märchen neu erzählt: Die Froschkönigin bleibt nicht im Brunnen, sie zieht ins Schloss. Später entdeckte sie, dass der Frosch auch als Krafttier für Transformation steht, ein Sinnbild, das perfekt passte.

Der Traum wird Wirklichkeit

Wirklich real wurde alles in dem Moment, als sie den Mietvertrag für den Hegelsaal in Bamberg unterschrieb. 650 Sitzplätze, ein Saal, der groß dachte. „Spätestens da war der alte Traum erfüllt. Ab diesem Moment wollte ich nur noch das Beste für alle Beteiligten schaffen.“ Berührende Augenblicke gab es viele: spontane Hilfsbereitschaft, großzügige Spenden, stille Unterstützung von Jurorinnen, die Idee einer Spendenanthologie. Am tiefsten eingebrannt hat sich jedoch der Moment, als Ayla selbst die Bühne betrat, trotz aller körperlichen Handicaps. „Es fühlte sich an, als würde ich nach Hause kommen.“ In diesem Augenblick war klar: Dieser Preis ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern ein Ort, an dem Frauen endlich sichtbar sind.

Mehr als ein Preis 

Der Award hat uns allen gezeigt: Wir Frauen können und müssen uns gegenseitig fördern, stärken, feiern. Die Froschkönigin ist für mich deshalb nicht nur ein Preis. Sie ist ein Symbol. Für Mut. Für Sichtbarkeit. Für die Kraft, Träume nicht nur zu träumen, sondern wahr werden zu lassen.